Sonntag 5. August 2018
Scey-sur-Saône – Porrentruy
Nun hatte sich der Kreis geschlossen. Ich befand mich in einer Ortschaft 15 km westlich von Vesoul, an der ich schon auf dem Hinweg vorbeigekommen war. So zerbrach ich mir lange den Kopf, wie ich von hier nach Hause fahren wollte. Ich entschloss mich, ungefähr die Hinfahrtsroute zu nehmen. Jetzt war das Ziel nur noch, möglichst schnell und kräfteschonend nach Hause zu kommen.
Am Anfang nutzte ich den Umstand, dass es Sonntag Morgen war, und donnerte auf den grössten Strassen nach, durch und aus Vesoul bis nach Villersexel. Das eine oder andere Objekt, das mir hier bekannt vorkam, zeigte mir, dass mich das Navi zwei Wochen früher offenbar auch erbarmungslos über diese Piste geführt hatte. Etwas ausserhalb von Villersexel an einem Megakreisel verlor ich halb bewusst die Route und freute mich, wieder auf einem unbedeutenden Strässchen zu landen. Nachdem ich eine weitere Abzweigung nicht gefunden hatte, führte mich das Strässchen ziemlich südwärts. Was nun? Automatisch war der Entscheid für eine Variante gefallen, die ich immer auch im Auge gehabt hatte, nämlich die Schweiz nicht über Elsass und Basel sondern über den westlichsten Grenzübergang im Pruntruter-Zipfel zu erreichen. Ich hatte genug von Frankreich und freute mich extrem auf Schweizer Boden! Die Route Richtung Jura war zwar anstrengend, wurde aber mit atemberaubender Aussicht bis zu den Vogesen belohnt. Der Sattel zwischen Burnois und Accolans hat es in sich, ein absoluter Geheimtipp:
Die Abfahrt führte zu einem meiner Lieblingsflüsse, dem Doubs, schon einem ersten Boten aus der Schweiz. Diesen überquerte ich in L’Isle-sur-le-Doubs. Hier das malerische Ortsbild am parallel zum Fluss laufenden Kanal:
Zu Füssen der eindrücklichen Montagnes du Lomont, einem Jura-Ausläufer, konnte ich nichts mehr falsch machen: Die D73 führte automatisch in die Schweiz. Nachmittags um 15 Uhr erreichte ich den Grenzübergang:
Der Blick nach Frankreich: …
… und in die Schweiz:
Der Unterschied scheint mir unübersehbar! Ich war so glücklich und erleichtert, als wäre ich am Ziel angekommen! Es fehlten noch ca. 25 km bis Porrentruy. Hier unter dieser kühnen Autobahnbrücke kündigt sich das Städtchen an:
Das schmucke Städtchen empfing mich mit Beflaggung:
Hier verbrachte ich eine letzte Nacht auf einem Camping municipale.
Karte und Auswertung Tag 15
(Leider ist auch diese Auswertung unvollständig. Es fehlen die letzten 16km.)