Ostsee – Tag 1

Montag 22. Juli 2019

Zürich – Munderkingen (150 km)

Lockere erste Etappe auf Strassen, die ich alle früher schon befahren hatte, manche auch mehrmals. Erster Halt im schmucken Städtchen Munderkingen an der jungen Donau. Übernachtung im Gasthof Rössle.

 

Cime de la Bonette (2860 m ü. M.)

Die Diskussion um den höchsten mit dem Rennrad befahrbaren Alpenpass ist hinlänglich bekannt. Ich brauche mich dazu nicht zu äussern; wer sich dafür interessiert, erfährt alles auf der tollen Webseite www.quaeldich.de. So oder so: Der Ausblick vom Gipfel, dessen letzte 60 Höhenmeter man zu Fuss erklimmen muss, ist schlichtweg grandios!

Col d’Agnel (2746 m ü. M.)

Die grossartigsten Alpenpässe sind diejenigen auf der Grenzlinie zwischen Frankreich und Italien. Vielleicht das schönste Passerlebnis überhaupt hatte ich auf dem Col d’Agnel, dem je nach Betrachtungsweise dritt- oder vierthöchsten Alpenpass, nicht zuletzt dank einer magischen Stimmung gegen Abend. Ich war auf dieser Strecke fast alleine unterwegs.

 

Mont Ventoux (1912 m ü. M.)

Der mythische Berg, eines der „Monumente“ des Radsports. Ich bin ihn im Herbst gefahren und war so verschont von der mörderischen Hitze – und zum Glück auch vom berühmtberüchtigten Wind. Hart genug! Der lange Waldaufstieg auf der klassischen Route von Bédoin aus hat es in sich. Ab Chalet Renoir geht es ganz easy – denkt man, schliesslich scheint das Ziel nun in Sichtweite. Spätestens der letzte Kilometer schlägt nochmals gnadenlos zu. Oben auf dem Gipfel erlebten wir eine ganz besondere Stimmung.

Mittelmeer – Tag 9 und Abendstunden

Dienstag 4. August 2015

San Bernardino – Zürich (210 km)

Heimlicher Aufbruch um 6 Uhr, einsame Fahrt auf die Passhöhe zur Morgensonne, die sich erst noch ihren Weg durch den Nebel erkämpfen muss. Rauschende Abfahrt bis Chur, ab dort nur noch Gegenwind. Am Walensee erzwungener Halt, bis das Gewitter vorüber ist. Da der Kanton Zürich immer in den Sommerferien Strassen restauriert und diesmal die Seestrasse dran ist, werde ich in Wädenswil bis Höhe Autobahn hinaufgejagt. Total erschöpft erreiche ich abends um 22 Uhr meine Haustür.

Mittelmeer – Tag 8

Montag 3. August 2015

Sesto Calende – San Bernardino (135 km)

Wieder die 66 km Küstenstrasse, aus irgendeinem Grund heisst er ja „Langensee“. Diesmal aber am Nordende des Sees schwungvoll weiter bis Bellinzona. Für den Rückweg habe ich mir den San Bernardino-Pass vorgenommen. Ich kenne ihn: Alles läuft locker bis Mesocco. Dort schlägt der Hammer zu, denn nach bisher sanften Steigungen erklimmt die Strasse allein in diesem Dorf über 100 Höhenmeter! Weiter oben ist die Passstrasse genial, frisch geteert für mich, höchstens alle 30 min. 1 Auto (während man von der Autobahn drüben den Dauerlärm hört). Abends um 20 Uhr komme ich im Dorf San Berardino an, in der Meinung einen Camping anzutreffen. Finde nicht den geringsten Hinweis. Die Dorfjugend erklärt mir, ich müsse oberhalb des Dorfes noch ein paar Passkehren nehmen, dann sei ich da. Finde ihn tatsächlich, mit 2 Eingängen, auf jeder Strassenseite einen, aber keinen Empfang. Irre in beiden Teilen herum, bis mir flanierende Pensionäre erklären, das sei ein Camping ausschliesslich für Dauermieter. Aus Erbarmen über meine Lage empfehlen sie mir, trotzdem hier das Zelt aufzuschlagen und geben mir einen Tipp für ein freies Stück Rasen.

Mittelmeer – Tag 7

Sonntag 2. August 2015

Oviglio – Sesto Calende (166 km)

Schaffe es bis zum Südende des Lago Maggiore, trotz Fiasko im Ticino-Tal. Folge dort dummerweise dem Radweg. Der führt mich mit meinem Lastesel auf den Waldweglein um jeden Baum einzeln herum und lässt mich bei jeder Kreuzung rätseln, welches Waldweglein nun das richtige ist, bis ich demoralisiert dieser Route über eine Tcinio-Brücke entfliehe und eine super Velo-Autobahn entlang des Kanals entdecke. Bis halt auch diese zu Ende ist und ich hart auf der Hauptstrasse lande, die am Flughafen Malpensa vorbeiführt und dessen Verkehr und den regulären Feierabendverkehr gleichzeitig aufnimmt. Übernachtung im Camping am See.

Mittelmeer – Tag 6

Samstag 1. August 2015

Gameragna – Oviglio (84 km)

Aufbruch zur Rückfahrt. Diesmal mache ich vieles besser. Wähle statt der vielen Hügel die Hauptstrassen in den Tälern, was gut geht, da diese wegen Wochenende lastwagenfrei und wegen Feragosto sowieso relativ verkehrsarm sind. Und wo der Camping zu finden ist, weiss ich auch schon. Wieder Übernachtung auf meinem Lieblingscampingplatz beim Agriturismo.

Mittelmeer – Tag 5

Freitag 31. Juli 2015

Ferien am Meer! (34 km)

Rauschende Abfahrt hinunter ans Meer, zunächst zu den Werften in Savona, einem Heimathafen der Costa-Flotte. Kein einziges Kreuzfahrtschiff ist zu sehen. Weiterfahrt auf der Küstenstrasse bis Varazze. Gegen ein kleines Vermögen miete ich bei einem der unzähligen Strandbetreiber für den Rest des Tages einen Doppelliegeplatz mit Sonnenschirm und spiele brav den Touristen. Zur Abrundung bringe ich ein Restaurant in Verlegenheit mit dem Wunsch, zur für italiensche Verhältnisse unverschämt frühen Zeit von 18 Uhr ein Abendessen einnehmen zu dürfen. Geniesse es in vollen Zügen und fahre anschliessend (diesmal zum Glück mit unbeladenem Velo – dafür mit beladenem Bauch) hoch in die Berge zu meinem Zelt.

Mittelmeer – Tag 4

Donnerstag 30. Juli 2015

Oviglio – Albisole – Varazze – Gameragna (104 km)

Fahrt über den ligurischen Apennin (inkl. unnötigerweise über den irrsinnig schönen Pass Bric Berton). Oben auf der Krete vor der letzten Abfahrt Richtung Meer ist dieses nicht sichtbar. In Albisole sehe ich es – schon auf der Suche nach dem Camping – beinahe erst, als ich reingefallen wäre, unromantisch zwischen den Häusern. Irrfahrt auf der Suche nach dem angeblich am Meer liegenden Campingplatz. Da ich einen ungemütlichen Tunnel der Küstenstrasse obenherum umfahre, verpasse ich den Camping. Gelange so bis nach Varazze und entdecke dort einen Wegweiser zu einem Camping. Folge den Schildern. Sie führen mich bis mehr als die Hälfte wieder hoch in die Berge nach Gameragna. Zum Glück bekomme ich auf dem Weg dorthin Begleitung von einem Rennvelofahrer.