Montag 6. August 2018
Porrentruy – Zürich
Von Pruntrut aus gab es verschiedene Varianten. Da ich nur noch so wenige Höhenmeter wie nötig haben und möglichst viele unschöne Hauptstrassen vermeiden wollte, wählte ich die weiteste.
bike and photography
Von Pruntrut aus gab es verschiedene Varianten. Da ich nur noch so wenige Höhenmeter wie nötig haben und möglichst viele unschöne Hauptstrassen vermeiden wollte, wählte ich die weiteste.
Nun hatte sich der Kreis geschlossen. Ich befand mich in einer Ortschaft 15 km westlich von Vesoul, an der ich schon auf dem Hinweg vorbeigekommen war. So zerbrach ich mir lange den Kopf, wie ich von hier nach Hause fahren wollte. Ich entschloss mich, ungefähr die Hinfahrtsroute zu nehmen. Jetzt war das Ziel nur noch, möglichst schnell und kräfteschonend nach Hause zu kommen.
Der Nachbarort von Venarey ist Alise-Sainte-Reine. Oben auf dem Plateau des Hügels, an dessen Abhang der heutige Ort gebaut ist, stand die gallische Stadt Alesia. Diese war Schauplatz der Entscheidungschlacht zwischen Cäsar und dem Fürsten Vercingetorix, der sich zum Anführer des Verteidungskampfs der Gallier gegen die Römer aufgeschwungen hatte.
Längst war der kühle Atlantikwind, der doch mindestens einen Tag weit noch spürbar war, der kontinentalen Hitze gewichen. Daher versuchte ich morgens immer sehr früh zu starten, wenn möglich noch bevor die Sonne über den Horizont kletterte. Das Frühstück nahm ich jeweils erst nach den ersten 20-40km ein. Das bewährte sich, und dazu kam, dass die Licht- und Verkehrsverhältnisse in den ersten etwa 3 Stunden der Fahrt sehr sehr schön waren. Etwa ab 13 Uhr kam ich jeweils nur noch sehr langsam und total schlapp vorwärts.
Da mich das Navi auch mit der Variante Pithiviers etwas zu sehr nordwärts gejagt hatte, beschloss ich, an diesem Tag einen Knick südostwärts in die Route einzufügen. Nach dem zweiten Halbtag in der Ebene wieder interessantes Gelände. Das Bild zeigt die Anfahrt ins Tal der geliebten Yonne hinunter, diesmal nach Clamecy:
Wieder halber Tag Hügel, halber Tag endlose Ebene. Diesmal motivierte mich die Ebene, weil ich durch diesen Wiedererkennungseffekt das Gefühl hatte, schon recht weit gekommen zu sein. Wieder die Suche nach einer Unterkunft. Das Navi schlug mir unter anderem den Parc de la Chesnaie vor. Das hätte mich aber wieder nordwärts auf die Route der Hinfahrt geführt. Ich folgte also einem anderen Vorschlag.
Auf dieser Route bewegte ich mich ausserhalb des französischen „Schwarzwaldes“, dafür wieder durch die typisch französische Hügellandschaft mit vielen Flüsschen:
Ich musste einen Entscheid fällen: Die logische Folge und die Absicht war, der bretonischen Küste weiter zu folgen. Nur: Jeder Tag westwärts verursachte gleichzeitig einen zusätzlichen Rückreisetag; und da ich gemütlicher zurückfahren wollte und auch noch Reservezeit für Unvorhergesehenes einplanen wollte, entschied ich mich, bereits wieder den Rückweg anzutreten. Wie sich im Verlauf der Rückreise herausstellte, wäre das nicht nötig gewesen, weil ich auch ohne Zeitdruck grosse Distanzen zurücklegen konnte, nachdem ich meinen Rhythmus gefunden hatte. Da ich im Navi eine Rückreise aus dem Herzen der Bretagne gespeichert hatte, die mir jetzt nichts mehr nützte, plante ich auf Basis der Karten rollend von Tag zu Tag. Die Route sollte parallel zur Hinreise führen, aber immer etwas südlich davon. So blieb sie spannend.
In der Nacht und am Morgen regnete es. Eigentlich wohltuend. So blieb ich an diesem Sonntag Morgen lange im Zelt liegen.
Jetzt machte ich mir keinen Stress mehr, ein Ziel innert möglichst kurzer Zeit zu erreichen. So fuhr ich am Morgen wieder gemütlich zum Damm vor dem Inselberg hinaus und genoss vor dieser Kulisse ein frisches Frühstück.