Ostsee – Tag 5

Freitag 26. Juli 2019

Leipzig – Berlin (173 km)

Der Osten Deutschlands hat aber nicht nur Pflastersteine zu bieten. Angenehm in der Sommerhitze sind die vielen Alleen entlang der Hauptstrassen.

Allee

So legte ich an diesem Tag zwischen Leipzig und Berlin die Kilometer zügig zurück. Ich teilte über grössere Strecken die Welt mit den Lastwagenfahrern. Nicht nur auf der Strasse, auch hier in diesem amerikanisch anmutenden Truckstop:

TruckstopTruckstop2

Man kann nicht alles. Zeit für Kultur und zugleich ein Meer erreichen und wieder  nach Hause fahren wollen verträgt sich leider schlecht miteinander. Manche mögen den Kopf schütteln, wenn ich zugebe, dass ich die Lutherstadt Wittenberg wörtlich links liegen liess:

Wittenberg
Lutherstadt Wittenberg

In Berlin machte ich eine Ausnahme. Auf der langen Fahrt durch Vororte und Quartiere bis in die Innenstadt zeigte sich mir die Hauptstadt zunächst mal als ausgeprägte Velostadt. Schnell habe ich das richtige Fahrverhalten an den Kreuzungen gelernt und ich schätzte, dass im Gegensatz zu Zürich die Fahrradwege möglichst durchgehend angelegt sind.

In Berlin wurde ich von einem Schweizer Freund und seiner Partnerin gastlich aufgenommen, die am Kreuzberg eine schmucke Altstadtwohnung mit unglaublich hohen Räumen bewohnten.

Berlin-Kreuzberg

5 Tage reichten, um trotz Gluthitze von Zürich nach Berlin zu gelangen!

Ostsee – Tag 4

Donnerstag 25. Juli 2019

Selbitz – Leipzig (148 km)

Stegenwaldhaus befindet sich kaum 30 km vom westlichsten Zipfel Tschechiens entfernt. Kurz nach der Abfahrt befand ich mich bereits in der Gegend der früheren DDR. Als ich nach einer rasenden Abfahrt in die erste Ost-Ortschaft brutal von den unerwarteten Pflastersteinen empfangen wurde, ahnte ich noch nicht, dass dies eine gute Woche lang in unzähligen Ortsdurchfahrten zur Normalität werden sollte.

Die Trostlosigkeit des vergessenen Ostens zeigt exemplarisch die „Aussicht“, die ich hatte, während ich auf die Öffnung dieses Bahnübergangs wartete:

Bahnübergang

Schwungvoll fuhr ich aus den Hügeln hinaus, die immer flacher wurden und schliesslich flachem Gelände wichen.

In Leipzig reichte die Wärme der Abendsonne immer noch, um die Velokleider, die ich im Hotel gleich mir mir zusammen unter die Dusche genommen hatte, restlos zu trocknen.

Hotel am Ratsholz